november

November ist die Zeit nach dem Oktober, die Revolution scheint vorbei und periphere Kämpfe sind vereinzelt, lokal und kaum zu verstehen. Im November hat sich eine neue reaktionäre Form des Terrors durchgesetzt, die abrupt mit der Tradition des Oktober bricht. In den 1980er Jahren drehte Steyerl einen feministischen Martial-Arts-Film im Stil des Exploitationkinos auf Super 8. Ihre beste Freundin Andrea Wolf spielte darin die Hauptrolle einer kämpferischen Frau in Lederkluft mit Motorrad. Das Engagement, das damals in der Formensprache des Exploitationfilms zum Ausdruck kam, wurde bei Andrea Wolf zur politischen Praxis: Sie ging als PKK-Kämpferin nach Kurdistan, wo sie 1998 getötet wurde. In kurdischen Kreisen wird sie als „unsterbliche Revolutionärin“ verehrt, ihr Bild wird auf Demonstrationen mitgetragen. Steyerl setzt ihrer Freundin hier ein Denkmal und untersucht die Rolle von Bildern im post-revolutionären Moment – wenn der Oktober vorbei, der November gekommen ist; wie auch die Bedeutungsverschiebung von „Internationalismus“ zu „Terrorismus“.

Regie: Hito Steyerl
Jahr: 2004
Länge:
Thema: Politik & Geschichte
sixpack Film