
Bei der sechsten Ausgabe von LETsDOK finden über 160 Veranstaltungen in ganz Deutschland statt. Vom 18. September bis 15. Oktober laufen rund 70 Dokumentarfilme. Viele Vorstellungen bringen den Kinodokumentarfilm in kleine Städte und Dörfer, in denen er ansonsten kaum präsent ist. Begleitet werden die Filmvorführungen von vertiefenden Gesprächen und Diskussionen mit Filmschaffenden, Expert*innen und Protagonist*innen.
Darunter sind zahlreiche prominente Gäste. Die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin stellt in den brandenburgischen Orten Lindow, Kleinmachnow und Kallinchen DIE UNBEUGSAMEN vor, in dem Politik-Pionierinnen der Bonner Republik porträtiert werden. Bei der Vorstellung in Kallinchen ist auch die DDR-Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe anwesend. Rainer und Carl Goerdeler, die Enkelsöhne des hingerichteten Widerstandskämpfers Carl Friedrich Goerdeler, sprechen in Herzberg am Harz (Niedersachsen) über HITLERS ZORN – DIE KINDER VON BAD SACHSA: Der Film handelt von den Kindern der Widerstandskämpfer, die nach dem 20. Juli 1944 in ein Nazikinderheim nach Bad Sachsa im Harz verschleppt wurden. Der Protagonist Eric Wrede, Autor, Podcaster und Bestatter, begleitet in Zeulenroda (Thüringen) den Film DER TOD IST EIN ARSCHLOCH.
Alexander Kluge ist bei der Vorstellung seines neuen Films PRIMITIVE DIVERSITY über die Frühzeit des Kinos in Hamburg zugeschaltet. Oscar-Preisträger Pepe Danquart nimmt dort am Filmgespräch zu REISE NACH MOSTAR teil. Bei LOKI SCHMIDT – LEBEN ALS ABENTEUER in Hamburg spricht ein Schüler über die Lehrerin und Ehefrau von Helmut Schmidt, bei TIMESWINGS in Harburg eine Jugendfreundin über die im Film porträtierte Konzeptkünstlerin Hanne Darboven.
Die Vorstellungen von LETsDOK finden nicht nur in regulären Kinos statt, sondern auch an Sonderspielorten. Vor allem in den kleineren Orten, in denen es keine Kinos gibt, verschafft LETsDOK dem Dokumentarfilm somit mehr Sichtbarkeit und Resonanz. Zu den Spielorten gehören zum Beispiel in Brandenburg die Kulturkirche Bölzke, der Alte Reederei Kulturgasthof im Fürstenberger Seenland, der Ökospeicher Wulkow und der Umweltbahnhof Dannenwald, in Schleswig-Holstein der Biolandwirtschaftsbetrieb Schümannhof und das Kulturhaus Wilster, in Niedersachsen der Kulturtreff Alte Töpferei Wietze-Jeversen, in Sachsen-Anhalt die Komturei Buro und in Sachsen das Rowi Labor in Rodewisch.
LETsDOK ist eine bundesweite Initiative der AG DOK (Berufsverband Dokumentarfilm), die einem breiten Publikum wichtige aktuelle und hochwertige Produktionen präsentiert und für den Dokumentarfilm vier Wochen lang die größtmögliche Reichweite erzeugt. Organisiert wird LETsDOK erstmals vom Internationalen Dokumentarfilmfestival München (DOK.fest München) sowie von zwölf regionalen Teams in ganz Deutschland. LETsDOK findet zum sechsten Mal statt.